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Heiliger Bischof Johann Nepomuk Neumann

nach dem Böhmerwälder Heimatbrief 5/ 201 und 3/2011

Orgelspiel: Was Gott tut, das ist wohlgetan..."

 

Geboren in Prachatitz

 

In Prachatitz im Böhmerwald wurde Johann Nepomuk Neumann am 28. März 1811 geboren. Sein Elternhaus stand in der Oberen Gasse. Vater Philipp Neumann, von Beruf Strumpfwirker, stammte aus Obernburg am Main. Die Mutter, Bürgerstochter Agnes Lebisch, war aus Prachatitz. Johann war das dritte Kind und hatte noch fünf Geschwister, von denen außerdem weitere zwei dem Ordensstande angehörten. Mit 6 Jahren wurde Johann eingeschult. Der fleißige Schüler hatte einen unersättlichen Lesehunger und war außerordentlich sprachbegabt. Im Alter von 7 Jahren durfte der fromme Schüler bereits zur ersten hl. Kommunion. Das normale Alter war damals 14 Jahre. Im Jahre 1823 kam Johann aufs Gymnasium in Budweis.
Sein Notendurchschnitt war in fast allen Fächern "sehr gut". Früh lernt Johann italienisch und tschechisch. Astronomie war seine Leidenschaft. Am Ende der 4. Klasse brachte Johann schlechte Noten nach Hause. Es stellte sich heraus, daß der Grund mangelnde Qualifikation seines Lehrers war.

 

Kirche Jakobus d.Ä.in Prachatitz,die Taufkirche J.N.Neumanns

 

Studium

Der Vater wollte Johann darauf ein Handwerk lernen lassen. Doch sein Mutter und Tante setzten sein Weiterstudium durch. Auf dem Lyzeum begann Johann das Studium der Humaniora und der Philosophie bei Professoren aus dem Stift Hohenfurth. In Budweis folgte sein Theologiestudium. Johann war privat untergebracht, denn das Priesterseminar war überfüllt. Seine Vorgestzten waren mit ihm in jeglicher Hinsicht zufrieden. Er wird in den geistlichen Stand aufgenommen. Nach 2 Jahren Studium in Budweis kam Jaohann auf die Karls- Universität in Prag um sein Theologiestudium fortzusetzen. Bei Fabrikarbeitern lernte Johann die englische Sprache. Daneben erlernt er Spanisch, Tschechisch und Italienisch, Griechisch, Latein und Hebräisch.
Im Jahre 1835 konnte Neumann sein Studium abschließen. In seinem Heimatbistum Budweis gab es damals zu viele Priester. Neumenn konnte erfahren, daß Bischof Kenrik von Philadelphia/ USA auch deutsche Theologen ohne Weihe aufnimmt. Neumann entschloß sich diesem Ruf zu folgen. Ohne Abschied verließ Johann Neumann sein Elternhaus am 8.2.1836. Von seinem greisen Heimatbischof holte er sich den Segen. Das Fahrgeld -200 Franken- stammte von wohlwollenden Priestern. Von Le Havre aus sticht Neumann am 20.4.1836 mit der "Europa" in See. Nach einer gefährlichen Überfahrt legte das Schiff in New York an. Bereits am 26. Juni 1836 wurde Neumann zum Priester geweiht. Zwei Tage nach seiner Primiz reiste Neumann in sein neues Seelsorgsgebiet unweit der Niagarafälle. Sein Bereich umfaßte einen Radius von 80 Kilometern. Ihm fehlte ein Pfarrhaus. Überall war größte Unwissenheit. Bei Lehrermangel unterrichtete er selbst.

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Das einzige Foto von Bischof Neumann

 

Ordenseintritt

Dies alles zehrte an der Gesundheit von Johann Neumann. Er mußte Monate das Bett hüten. Im Jahre 1840 bat Johann um Aufnahme in den Orden der Redemptoristen in Pittsburgh. Als er seine Missionsstation verließ, waren vier Kirchen fertig und fünf standen im Bau. 1941 wurde Johann nach Baltimore verlegt. Im Jahre 1842legt Neumann die Gelübde der Keuschheit, Armut, des Gehorsams und der Beharrlichkeit ab. Danach übernimmt er die Leitung der Pfarrei St. Alfons in Baltimore. Zu ihr gehören 10 Außenstationen. Die Reisen werden mit der Postkutsche, dem Pferd oder auch zu Fuß bewältigt.
Pater Neumann wurde zum Stellvertretenden Ordenoberen ernannt. Dazu mußte er wieder nach Baltimore übersiedeln. Neben seinen neuen Aufgaben war Neumann unermüdlich in der Seelsorge im Beichtstuhl und auf der Kanzel tätig.

Bischof von Philadelphia

Papst Pius IX ernannte Pater Neumann am 1. Feber 1852 zu Bischof von Philadelphia. Pater Neumann selbst hielt sich für dieses Amt unwürdig. Er bat den Papst, von seiner Ernennung Abstand zu nehmen. Doch dieser nahm keine Rücksicht darauf. So wurde denn Neumann am 28. März 1852, seinem 41. Geburtstag, zum Bischof geweiht. Als Wahlspruch wählte Neumann "Leiden Christi, stärke mich."

Besuch der alten Heimat

Papst Pius IX lud die Bischöfe des Erdkreises nach Rom ein. Er wollte das Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens verkünden. Bischof Neumann wollte aus diesem Grunde noch einmal Prachatitz besuchen. Sein Vater lebte noch. Bischof Neumann wurde am 16.Dezember 1854 vom Papst in Privataudienz empfangen. Anfang 1855 kehrte Neumann in seine Vaterstadt zurück und bald lagen sich Vater und Sohn in den Armen. Sechs Tage war Neumann in Prachatitz, bevor er wieder über Gojau, Altötting, München, Paris, Liverpool, New York nach Philadelphia zurückkehrte.
Im Jahre 1857 wurde dem überlasteten Bischof ein Weihbischof- Koadjutor zur Seite gestellt. In diesem Jahr kam sein Neffe Johann Nepomuk Berger nach Philadelphia und trat bei den Redemptoristen ein. Er ward seines Onkel Biograph und schrieb das Buch "Leben und Wirken des sel. Johannes Nepomuk Neumann..."

Tod auf der Strasse

Anfang 1855 fühlte sich Neumann leidend. Nach der Rückkehr von einem Notarsbesuch sank er auf den Stufen seines Hauses nieder. Ein rasch herbeigerufener Priester konnte nur noch den Tod seines Bischofs feststellen. Am 9. Jänner 1860 wurden die sterblichen Überreste Neumanns in die Gruft der Redemptoristenkirche St. Petrus gesenkt.

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St. Petrus, die Begräbniskirche des hl Bischofs Neumann

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Bischof- Neumann Kapelle auf dem Dreisesselberg/ Hochstein im Böhmerwald

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Begräbnisstätte des Heiligen in der Krypta der St. Petruskirche in Philadelphia

1895 Seligsprechungsprozess

1960 Bischof Neumann Jahr

1963 Seligsprechung durch Papst Paul VI

1977 Heiligsprechung durch Papst Paul VI

1979 betet Papst Johannes Paul an der Krypta der St. Petruskirche in Philadelphia

1980 errichtet der Böhmerwaldkreis Prachatitz am Dreisessel/ Hochstein zu Ehren des hl. Bischof Neumann eine Kapelle.